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Schluss 54 — 66 — Beiträge zur Geschichte des österreichischen Heerwesens. Ordre de bataille. Geschäfts-Bintheilnng beim Armee-Commando. Lager-, Marsch- und Bagage-Ordnung.

Leitung der Armee-Rcservc-Anstalten. Ordonnanz- und Post-Wesen. Jahrgang, III. Band, 8. Heft, Seite der Österreichischen militärischen Zeitschrift.

Die Correspondenz Napoleon's I. Vorlesung folgt im Jänner-Hefce Revue Maritime et Coloniale 88—90 Neues Kanonenboot. Notizen — Bayern. Neue Geschütze.

Verwendung der Genie-Truppen auf dem Schlachtfelde. Mit einer Figuren- Tafel Nr. Recensionen , Pistor, Willfried Reichsritter von.

Herausgegeben und bearbeitet von einem Verein deutscher Officiere. Zu dem Aufsatze: ,. Da8 k. Mit 11 Beilagen und 4 Karten.

Operations-Itarte des westdeutschen Kriegsschauplatzes Übersichts-Blatt der strategischen Situation am Eine Gefechts-Epfsode aas der Schlacht von Castoza.

Von C. Wibirai, k. Marsch-Bewegungen unmittelbar vor der Schlacht. Hoheit, des Herrn Erz- herzogs Albrecht gestellt wurde, erhielt das Infanterie-Regiment, welches zu jener Zeit in Verona garnisonirte, seine Einlheilung im 9.

Während nun im Allgemeinen die letzten Vorbereitungen geschahen, — das Regiment in der Zeit vom 7. Mai bis Juni in und um Montebeilo herum Cantonnirungs-Stationen bezog, die Ergänzungen erhielt und seine volle Schlagfertigkeit erreichte, concentrirte sich die feindliche Armee des Königs Victor Emanuel am Po sowohl, wie auch am Mincio immer näher den öster- reichischen Grenzen und nahm täglich eine drohendere Haltung an.

Feld- marschall Erzherzog Albrecht ordnete hierauf die Vereinigung der gesammten Südarmee längs der mittlem Etsch derart an, dass diese Flusslinie am linken Ufer in der Ausdehnung von Verona bis Legnago vollkommen besetzt wurde.

Das 9. Corps kam nach Lonigo, die Brigade aber, der das Infanterie- Regiment angehörte, und die nunmehr Oberst Baron Bock commandirte, nach Bonaldo zu liegen.

Von hier brachen die Bataillone am Juni auf, um im Vereine mit dem ganzen Corps gegen den Mincio zu rücken und trafen end- lich nach zwei, durch die Hitze des Tages höchst beschwerlichen Märschen am Am Corps hatte nämlich den Auftrag, gegen Somma Campagna vorzurücken, falls dieser Ort besetzt wäre, ihn anzugreifen, dann aber daselbst sich festzusetzen und weitere Be- fehle zu erwarten.

Die Brigade Bock, die hiebei als Vorrückungslinie den Eisenbahndamm zugewiesen erhielt, wendete sich von Santa Lucia aus nordwärts und ging, nach Erreichung des Bahndammes direct auf Sonna vor.

An der T6te mar- schirte das Jäger -Bataillon, diesem folgte das Regiment Nr. Die Schlacht, welche ungefähr seit 7 Uhr, sowohl in der Ebene von Villafranca als auch in dem Hügellande um Oliosi grössere Dimensionen annahm, näherte sich gegen 8 Uhr auch dem österreichischen Pivotpunkte Somma Campagna.

Das 1. Bataillon des Es war 8 Uhr, der Kanonendonner wurde immer allgemeiner, die Aus- 3 Nr. Erstere Brigade, den linken Flügel der Angrififstruppe bildend, begann nun das Artillerie -Gefecht bei Pezzarani, — die Brigade Bock nach einer Frontveränderung links — das Geschützfeuer bei Pejizzara ; und es ordneten sich unter dem Schutze dieser Batterien rasch sämmtliche Sturm Colonnen, die dann ohne Zögern zum Angriffe auf die gegenüber liegenden steilen Höhen vorrückten.

Grenadier -Regiments gegen Palazzo Baffi, das zweite gegen Maffei, das dritte gegen Custoza und Belvedere, das vierte aber mit Tlieilen des Bersaglieri - Bataillon nach Gorgo.

Grenadier-Regiment entwickelt, wogegen das erste und zweite, zur Grenadier-Brigade Sardegna gehörend, dann das Division kurz vor der allgemeinen Vorrückung die specielle Aufgabe erhielt, das Gehöfte Nadalina an der Salionze- Chaussee zu besetzen, so betheiligten sich an dem durch den Corps- Commandanten angeordneten directen Angriffe nur 7 Divi- sionen des Regiments, und zwar formirte das 3.

Bataillon den rechten Flügel des Brigade-Staffels mit der 7. Division, das zweite Bataillon den linken Flügel desselben mit der 5.

Division, beide Bataillone im ersten t 4 Das k. Division wurde als Reserve von Zenolino aus dem Regiraente nachrückend gemacht. Infanterie-Regiment plötzlich vollkommen isolirt ward; — da fand es Oberst Syrbu für nothwendig, von Mascarpine aus vor- erst die Höhen von Molimenti zu gewinnen, um eventuell die rechte Flanke des Corps vor ernsten Gefährdungen besser schützen zu können.

Bataillon, dem kurz nachher das zurückgebliebene erste folgte, zur Einnahme des letztgenannten Höhenzuges, während unten.

Oberstlieutenant Karojiovic, welcher mit dem 3. Bataillon zuerst die Höhen von Molimenti erstieg, disponirte die 9.

Division in das unübersicht- liche Intervall hinab zwischen das 3. Division, welche ursprünglich je zwei Züge in Schwärme aufgelöst hatten, nach Zurückdrüngung einiger feindlichen Patrullen, die bis Cavalchina verfolgt wurden , den pordöstlichen Kamm der genannten Höhen.

Die 8. Division, die Mitte des Bataillons bildend, nahm auf dem höchsten Punkte Stellung; die 9. Divifeion hielt sich Schritte östlich am Hange, während die 7.

Division, die äussersle rechte Flanke schützend, etwas versagt, Schritte östlich von Casino vorgerückt stand. Auch blieb die 3. Division über ausdrücklichen Befehl des Corps-Commandanten und nicht durch Zufall zurück.

Ihre Widerstandskräfte mehrten sich fortan, und es mussle schliesslich die 7. Division, die durch Terrain-Schwierigkeiten beim weitem Vormärsche etwas zurückblieb und dann in das Intervall zwischen die 8.

Divi- sion gelangte, gegen die in der linken Flanke des Bataillons plötzlich sehr zahlreich werdenden feindlichen Haufen zuerst feste Position annehmen.

Es wurden hierauf durch die Plänk- ler-OfTiciere feindliche Abtheilungen einerseits bis an die Chaussee herab, anderseits bis in das Innere von Casa Cavalchina zurückgetrieben ; der Rest der Divisioji aber schloss sich — nach fast gänzlichem Verfeuern der Munition, und nachdem diese zwei Compagnien im Laufe des so bestandenen Gefechtes vom vormarschirenden Regimente getrennt worden — an das in späterer Stunde nachgerückte 3.

Division, welche bei Vornahme des 1. Zuges der Bataillon des feindlichen 3. Grenadier- Regiments stark besetzt war, zu erstürmen. Division war hiebei kurz nachfolgend ver- muthet worden.

Etwa Schritte südlich dieses Hofes ist annoch ein niedriges, ganz separat stehendes Nebengebäude situirt, das rücksichtlich seiner Lage ebenso wie Palazzo Baffi die Chaussee tangirt.

Diese Häuser gruppe hatte der Gegner kurz vorher, wie bereits erwähnt, in der Stärke eines Bataillons besetzt und fand eben nur Zeil, die Thore flüchtig zu verrammeln und einige Auftritte an der innern Mauer anzu- bringen.

Infanterie-Regiment Grossherzog Ferdinand IV, von Toscana 6 die nordwestliche Ecke des Gehöftes anruckte, entsandte jetzt die vorderste, in der Kette aufgelöste Halb-Compagnie zur Umfassung der Gebäude in west- licher Richtung und setzte sich, Schritte vor der nördlichen Front der- selben an einem Terrain-liinschnitte fest, um vorerst durch ein lebhaftes Feuer die nächst vorliegenden Hecken von den vielen feindlichen Schützen zu säu- bern.

Ein ver- heerendes Feuer aus allen Stockwerken und von der Mauer her, das sie empfing, Gräben und Barrieren, die sie am Nähertreten hinderten, ver- eitelten aber den sofortigen Erfolg, und diese ly, Compagnien mussten wei- ters das Gefecht abbrechen und, da eben auch das eigene 1.

Bataillon im Anrücken war, auf kurze Distanz und zu kurzer Rast in die Culturen sich zurückziehen. Major Hössler, der mit der 1. Division seines Bataillons, wie Anfangs berichtet, dem Regimente alsbald nachgefolgt kam und auf den Höhen von Molimenti über Bagolina bis auf Monte Arabica vorrückte, hatte zuerst hier Stellung genommen und einen Zug zur Recognoscirung bis mich Custoza entsendet.

Major Hössler wendete sich nunmehr, den eben begonnenen Kampf des eigenen 3. Bataillons wahrnehmend, nach Erfassung des richtigen Moments gleichfalls gegen Palazzo BafTi herab, so dass der zweite Angriff auf dieses Gehöfte von den beiden Bataillons vereint, — respective von der 1.

Division des Infanterie- Regiments ausgeführt werden konnte. Die Gefechtsformation hiebei bestand in Divisions-Massen: die erste Division auf dem rechten Flügel nächst der Chaussee, die zweite als Mitte gegen die westliche Mauerfronte dirigirt, die 8.

Division als linker Flügel in ihrer frühern Direction. Die vor Bagolina gestandene Compagnie diente diesem AngriflTe als Aufnahms-Truppe.

Das Gefecht wurde von der 2. Division auf eine Distanz von Schritt ohne weiteres Zögern eröffnet, indem zwei Züge der 4. Compagnie gleichzeitig in die Schwarmlinie rückten.

Aber trotz erneuerter Versuche machten breite Gräben , hohe Mauern und Hecken den Angreifern das Eindringen in das Innere des Hofes, der in allen Theilen von gul gedeckt stehenden feindlichen Schützen stark besetzt war, nicht mehr möglich.

Das Feuergefecht, an dem schliesslich alle 3 Divisionen theilnahmen, führte nicht zu dem angestrebten Endresultate, und es musste, da das feindliche aus Gorgo debouchirte Bataillon sich bereits -empfindlichst fühlbar machte, und die Übermacht die doppelte Zahl erreichte, nunmehr der Rückzug angetreten werden.

Division, ursprünglich südwestlich dirigirt, welcher es gelang, in das kleine Separatgebäude neuer- dings einzudringen und von dort her, im Verein mit der erst detachirlen Halb-Compagnie den eben beschriebenen Haupt-Angriff wesentlich zu unter- stützen, deckte nun den gesammten Rückmarsch auf die Höhen , indem die ganze 1.

Compagnie von der Strasse und vom letzterwähnten Gebäude aus Palazzo Baffi bestrich und jedes Nachdrängen des Feindes auf das Erfolg- reichste vereitelte.

Die Hauptleute Rzepinski und Hruschku, sowie Lieutenant Fischer fanden dabei den Tod ; Hauptmann Riegg wurde verwundet, mehrere vorzüg- liche Chargen kampfunfähig gemacht.

Regiments- und Bataillons- Adjutanten stiegen vom Pferde und übernahmen theilweise das Commando der Plänklerlinien, während der durch den Sturz verletzte Obersllieutenant, sowie die verwundeten OfTiciere mit aller Aufopferung aus dem Feuerbereiche gebracht wurden.

Der Feind wagte jedoch nicht nachzurücken und verblieb nach bedeu- tenden Verlusten an Ofiicieren und Mannschaft nur noch kurze Zeit in der occupirten Häuser-Gruppe, die er dann — gegen Belvedere und Custoza sich zurückziehend — bald gänzlich räumte.

Infanterie Regiment Grossberzog Ferdinand lY. IlL Kämpfe um Casa Cavalchina. Nicht minder hartnäckig und in vieler Hinsicht noch denkwürdiger gestalteten sich die Kämpfe beim 2.

Bataillon und bei der ihm zunächst stehenden 9. In dem Momente nämlich, als das Regiment das Staffolo-Thal passirte,. Bataillon des 3.

Grenadier-Regiments halte eben noch Zeil, Casa Caval- china in beiden Etagen zu besetzen, als das eigene 2.

Bataillon diesem gros- sen Wirlhschaftshofe schon auf Schussdistanz sich näherte. Das Bataillon mar- schirte in der geschlossenen Divisions -Massenlinie mit vorgenommenen Schwärmen , — die 5.

Division am rechten, die 6. Rechts war das eigene 3. Bataillon, links wurde das Jäger - Balaillon und im 2.

Treffen nach wie vor das Infanterie-Regiment supponirt. Division den Auftrag gab," die genannte Häuser- gruppe direct anzugreifen, der 5.

Division aber die Weisung ertheille, den Hof rechts zu umfassen und so gegen die Ruckzugslinie des Gegners zu drücken. Cavalchina, ein geschlossener Meierhof, liegt an derselben Strasse wie Baffi, ist in der äussern Form und in der Bauart ebenso construirt wie dies letztgenannte Gehöfte, nur mit dem Unterschiede, dass Cavalchina in seinen Dimensionen umfangreicher ist, und das Haupt-Gebäude, welches parallel.

Das ganze Gehöfte liegt an einer Verengung des Querthales von Molimenti und ist von den dichtesten Culturen rings umgeben,. Division, von den in denStrassen- gräben feuernden feindlichen Schützen zuerst angezogen, gegen die nördliche Front über die Chaussee hinüber gelangte und, die feindlichen Haufen zurück- 9 Nr.

Division selbst unter argem Kugelregen das Haupt-Thor an der westlichen Gebäudefront und gelangte im ersten Anpralle sofort in das Innere des Hauses.

Es ent- spann sich hier und in der unmittelbar anliegenden Stallung ein blutiges, lang- dauerndes Handgemenge, an dem schliesslich nebst der beim nördlichen Thore eingedrungenen eigenen Plänkler-Halb-Compagnie auch noch 2 Züge der Compagnie lebhaften Antheil nahmen.

Bedeutende feindliche Verstärkungen, die nun auch das Gehöfte neuer- lich dicht umschwärmten, und. Division, merklich zusammengeschmolzen, wandte sich theils gegen die fliehenden, theils gegen die neu angerückten Gegner, indem sie wieder das Aussenfeid betrat.

Mit unwiderstehlichem Muthe führte abermals derKetten-Commandant die wenige Mannschaft, die ihm zur Hand war, gegen die in den dichten Baumgruppen versteckten feindlichen Plänkler, und indem die Com- pagnie grösstentheils beim westlichen, die Es wurde Eingangs erwähnt, dass behufs Mitwirkung bei diesem An- griffe auf Cavalchina die 5.

Division vom Bataillons-Commandanten die Wei- sung erhielt, das Gehöfte rechts zu umfassen und so der 6. Diese 5. Division hatte zwei Züge der 9.

Compagnie in der Kette und schickte sich eben an, den erhaltenen Befehl zu vollführen, als sie in nächster Nähe ihrer rechten Flanke eine grössere feindliche Colonne wahr- nahm, die von der Höhe herab gegen sie das Gefecht eröflnete.

Division bekämpft hatte — im Sturmschritt entgegen. Als in der Folge diese Division ganz zurückgenommen wurde, trennte sich durch die grossen Hemmnisse des Terrains ein Theii der Compagnie von seinem Gros, und es kam diese Abtheilung, da dieselbe die Bataillons- Fahne bei sich hatte, in die Lage, dieses Ehrenpanier gegen anstürmende feind- liche Abtheilungen standhaft zu schützen.

Feldwebel Leichtag vertheidigte selbes mit dem aufopferndsten Todesmuthe, bis er, aus vielen Stich- und Schusswunden blutend, niedersank.

Die Fahne wurde jedoch durch die Tap- ferkeit der Abtheilung gerettet. Zur 6. Division zurückblickend, die eben in dem Momente nächst der Querstrasse von Gorgo anlangte, als die Kämpfe bei Baffi beendet waren, finden wir dieselbe in ein anhaltendes Feuergefecht verwickelt, das seitens des Feindes mit grosser Intensivität genährt wurde.

Der Gegner entrollte am Strassenknoten von Gorgo und längs des scharfen Terrain-Einschnittes nördlich dieses Punktes eine gewaltige Feuer- linie, welcher unserseits nur einige schwache Haufen entgegengestellt werden konnten.

Vorne an der Chaussee kämpfte nämlich die Compagnie in zwei Schwärmen, links derselben der früher erwähnte Theil der Als Unterstützung hielt sich Schritte rückwärts die Compagnie an der Strasse, — alle diese Abthei- lungen kaum noch die Hälfte ihres Standes zählend.

Grenadier- Regiment von Monte Croce her erhielt, und welche jetzt die ganze linke Flanke des isolirt stehenden Regiments Nr.

Der zweite Kampf um Cavalchina. In jenem Zeiträume nun, als die so geschwächte 6. Division mit den beiden Annexen in den Culturen bei Gorgo a cheval der Chaussee kämpfte, und die andern 2 Compagnien des Bataillons nicht mehr zur Hand waren, versuchte die 9.

Division — auf specielle mündliche Weisung des Brigadiers 1 1 Nr. Grenadier-Regiment mittlerweile wieder- besetzte Cavalchina nochmals zu erstürmen.

Compagnie in die Schwarmlinie und näherte sich unter starkem Tirailleur-Gefecht der Chaussee. Bevor aber dieser Choc mit der ganzen Division ausgeführt werden konnte, fiel der Commandant derselben Hauptmann Haag , von einer Kugel mitten in die Stirne getroffen, und es gelang schliesslich nur unzüsammen- hängenden, durch die Terrainbildung vom Gros etwas getrennten Theilen der Der Rest der Division musste sich aber eiligst, und zwar mit demBajonnet, gegen feindliche Abthei- lungen des östlichen Aussenfeides wenden, die plötzlich in der linken Flanke der Division zahlreich auftauchten.

Während also italienischerseits schliesslich 3 Bataillone hier am Kampfe sich betheiligten, konnten auf österreichischer Seite nur noch lose Reste zweier Divisionen vereint werden, um den nochmaligen Versuch einer Be- hauptung dieses Objectes zu unternehmen.

Im Innern kämpfte zuerst Ober- lieutenant Zitterer, mit beiläufig 50 Mann, und kaum war derselbe beim Strassenthore eingedrungen, als die vor Gorgo gestandene 6.

Division, wie vorher erwähnt, sich ebenfalls dem Gehöfte näherte, jedoch diesmal um darin Schutz zu suchen. Nicht wissend, was seither im Rücken ihrer' Stellung vorging, nicht ahnend, dass der Hof mittlerweile neu vom Feinde besetzt sei, versuchte sie sofort den Haupteingang zu gewinnen, wurde aber mit lebhaften Dechargen allseits empfangen und konnte nur noch mit dem grössern Theile ihrer Mann- schaft das Innere des Hofes erzwingen.

Hier entspann sich eine neue Melee, die diesmal nur von kurzer Dauer war. Oberlieutenant Zitterer drang schnell mit seinen Leuten in's Haupt- gebäude ein und verfolgte dort den Gegner von Stockwerk zu Stockwerk.

Hauptmann Schiller wehrte mit der II. Rasch Alles an Mannschaft vereinigend, was eben zur Hand war, brach die 6. Noch blieb Oberlieutenant Zitterer, dem sich schliesslich der im Hofe verweilende Theil der 6.

Division anschloss, in dem Hauptgebäude des Ge- höftes Cavalchina, und es trat der seltene Fall hier ein, dass eine Örtlichkeit dieser Art, — im Hofraume und im obersten Stockwerke vom Feinde besetzt,.

Der Feind, der nämlich nach dem Abgange der 6. Regiments ein Succurs im Hofe anlangte, nicht nur die feindliche Besat- zung von 4 Officieren und 50 Mann zu Gefangenen, sondern befreite auch noch mehrere der eigenen Regiments - Mannschaft aus den Händen der Geg- ner.

Hauptmann Haag blieb todt auf dem Platze; Oberlieutenant Zitterer und Lieutenant Schwarzleitner wurden schwer, Hauptmann Schiller durch Bajon- netsliche leicht verwundet; nebstdem mussten 2 Officiere und bei 30 Mann das Los der Gefangenschaft theilen.

An Chargen büsste die Compagnie allein 8 Unterofficiere am Platze ein. Der Verlust des Gegners war aber hier ein so bedeutender, dass hau- fenweise die Leichen im Hofraume, in den Stallungen und in den Gemächera lagen, und es gibt der Bericht des italienischen 1.

Die lombardischen Grenadiere führten die kühnsten Bajonnet- Angriffe aus. Ihre Vehemenz und Findigkeit zugleich sind aller Beachtung werth.

Major Siebeneicher, welcher nunmehr den aus dem Gefechte gezogenen Abiheilungen des 2. Batail- lons wieder zu sammeln.

Als nun Major Siebeneicher an Mann verschiedener Compagnien bei sich vereint hatte, rückte er sofort über Molimenti gegen Monte Arabica vor und verband sich hier mit dem auf dieser Höhe postirten 3.

Bataillone des Infanterie-Regiments Nr. Corps ausgeführten Hauptsturme auf Custoza anschlössen und an dem auf diesem Punkte erkämpften Haupt- siege thäligen Antheil nahmen.

Das Regiment selbst, das in seinen einzelnen Divisionen zur Mittagszeit — wie bereits erwähnt — theils bei Bagolina, theils auf Boscone dei Fitti Stellung nahm, wurde — als das Infanterie-Regiment Nr.

Regiments Gelegenheit gab, sich an diesem Angriffe activ zu betheiligen. Hauptmann Schroft erhielt vom anwesenden Corps- Commandanten die Bewilligung zum Vorrücken und bildete mit den ihm unterstehenden 4 Com- pagnien die Unterstützung von Maroicic-Infanterie.

Infanterie -Regiments rückten jedoch über diese Stellung des 1. Treffens hinaus auf Monte Torre, woselbst ein Verbandplatz des Feindes, viele Waffen und Geräthe, dann ein feindliches Geschütz erbeutet wurden.

Dieses combinirte Bataillon nahm weiters auf dem südlichen Abhänge des Höhenzuges Position und verblieb in dieser Stellung so lange, bis es Abends vom Jäger-Bataillone abgelöst wurde.

Das Regiment hielt aber — bald wieder in allen Theilen vereint — die nur noch durch feindliches Geschützfeuer bedrohte Stellung von Beretlar. In dieser Art war nun das Infanterie-Regiment am Schlachttage des Juni in seinen verschiedenen Theilen meist einzeln und ohne alle Unterstützungen gegen bedeutende Heeres - Massen des Feindes in Ver- wendung gekommen.

Es hatte dasselbe trotz der gänzlichen Loslösung von der Brigade und der äusserst ungünstig wirkenden sonstigen Verbältnisse, sowie trotz des Umstandes, dass die meist allein und gegen zwei bis dreimal so starke Feindestruppen kämpfenden Divisionen an allen Pumkten nur auf sich selbst beschränkt blieben — dennoch sehr bedeutende Resultate für das Geschick des Tages erfochten.

Der Feind vermochte über keines der Kampfobjecle hinaus Terrain zu gewinnen; — die Molimenti-Höhen blieben ihm verwehrt; — die Brigade Scudier, rechts des Regiments, versuchte in Folge dessen bis auf Custoza zu gelangen, — und der spätere Angriff des Regiments Thun Nr.

General-Lieutenant Brfgnone, der Commandant der feindlichen Grena- dier-Division, gibt in seinem Schlachtberichte ausführlich an, dass er nach Niiederwerfung der Brigade Weckbecker mit aller Kraft seiner Grenadier- Truppen über Bafli und Cavalchina vorzurücken bestrebt war, um in Besitz des Monte Molimenti zu gelangen.

Es kämpften auch um Casa Cavalchina, als um den am meisten in die österreichische Stellung des linken Flügels hin- einragenden Punkt, schliesslich drei Bataillons seiner Division.

Wenn es diesen letztern nie gelang, sich durch längere Zeit hier zu behaupten, — wenn auch die Truppen des Prinzen Amadeo bei Casa Baffi den ganzen Vormittag festgebannt blieben, und es dadurch dem auf Custoza, Belvedere und Monte Arabica später nochmals vordrängenden General-Lieu- tenant Govone unausführbar war, den österreichischen Truppen dort mit voller Macht zuvorzukommen , so muss das Verdienst dieser Thatsachen in 15 Nr.

Infanterie-Regiment schon in den Fröhstunden des Tages an den Punkten BafR und Cavalchina selbständig und wahrhaft aufopfernd durchzu- führen verstand.

Wie wichtig übrigens die Kämpfe des Regiments der Armee-Comman- dant, Feldmarschnll Erzherzog Albrecht gefunden, wie schwer wiegend sie vom Feinde bezeichnet wurden, bezeugen die beiderseitigen officiellen Berichte, specicll aber einerseits das österreichische Generalstabswerk über die Kämpfe vom Jahre , anderseits des italienischen Generalstabs-Majors Corsi vor- zügliche Gefechtsschilderungen von demselben Jahre.

Das Regiment hat sohin in der That allen Grund, auf die im Tagsbefehle vom Juni publicirten Worte des Armee-Commandanten — er be- glückwünschte dasselbe, die erste Feuerprobe so ehrenvoll bestanden zu haben — stolz zu sein; und solch' ehrenvolle Anerkennung der wohlerfüllten Pflicht wird dem jungen Regimen te gewiss ein Sporn mehr sein, diesem ersten Beispiele fortan zu folgen und stets mit Hingebung, Treue und mit echtem Rittersinn dem Vaterlande zu Heil und Nutzen, der Armee zur Ehre und zum Ruhme zu dienen.

Von Bx. Soll demnach in den wenigen zu Gebote stehenden Stunden die Her- stellung von Schanzen zur Verstärkung von empfindlichen und zu sichernden Punkten des Schlachtfeldes möglich sein, so erheischen diese Umstände un- bedingt : 1.

Dass die nöthigen Hölzer für die Deckungen und Unterstände rechtzeitig gezimmert und herbeigeschafft werden, und 2.

Auf die zweite Bedingung hingegen wurde aber auch bis jetzt nicht jener Werth gelegt, welcher die richtige Erkennlniss desselben beansprucht.

X7 sehr oberflächlich behandeln oder ungenügende Angaben machen, die dem vorgesteckten Zwecke nicht entsprechen können.

Auch ist dem bauleitenden Officier mit blos oberflächlichen und ungenügenden Regeln nicht gedient, denn um eine Schanze schnell erbauen zu können, bedarf er unbedingt einer genugenden detaillirten Berechnungsweise und eines sichern Schemas über die Anstellung, die Leistungsfähigkeit und das Erfordemiss an Arbeitern und Werkzeugen.

Vorausgesetzt wird hier als selbstverständlich, dass die Aus- hebung und Anschüttung blos mit Krampen und Schaufeln bewerkstelligt werden kann.

Die ofilciellen österreichischen Lehrbücher ' schreiben für die Anstel- lung der Arbeiter vor: Man bilde Partien von 4 Mann, messe ihnen 8' bei Mangel?

Arbei- tern sogar 16' zu und verwende davon 1 Mann zugleich zur Weiterbeför- derung der Erde mit der Schaufel.

Gelangt man in die Tiefe, so weist man noch einen 5. Mann zur Uberschauflung, und ist der Graben über 12' breit, noch einen 6.

Mann zur Erdbewegung zu. Es besteht also eine Arbeitspartie aus 3 Aushebern und aus 1, 2 bis 3 Überschauflern, welche gleichzeitig die Anschüttung besorgen.

Praktisch lässt sich diese Regel auf unsere Partie von 3 Mann im mittlem und festen Boden nur unvoll- kommen, d. So rechnet z.

Peschel Kriegsbaukunst im Felde pag. Zeitschrift Reichlichere Annahmen macht Peschel pag. Diese Regelleitet Peschel daraus ab, dass bei Gräben, welche nicht weni- ger als 1 2 Fuss obere Grabenbreite haben, was bei den meisten Feldwerken der Fall ist, 2 Reihen Arbeiter angestellt werden können, die so viel aus- heben, als eine Reihe Arbeiter im Brustwehrraume in derselben Zeit aufzu- schütten im Stande ist.

Auch diese Anstellungsweise erweist sich, ausgenommen im lockern Boden, als keine genügende, wie schon die berechnete Stundenanzahl von 24 im mittleren und von 36 im lesten Boden ersichtlich macht.

Sie hat aber noch folgende Mängel : 1. Man kann daher die Arbeiter in Reihen mit 4 Fuss Intervall anstellen. Im mittlem und festen Boden werden diesen Arbeitern d.

I Schema für je ' mittlerer Grabenlänge. Olficier im Stande, das Erforderniss an Arbeitern und Werkzeug leicht und schnell anzugeben , sowie die Leistung und die Dauer der Arbeit zu bestimmen.

Auch sind 25 Kram penar bei ter auf der Strecke von ' leichter unterzubringen. Das Schema und diese Berechnung zeigt, dass die Leistungsfähigkeit in den drei Bodengattungen bei dieser Vertheilung des Werkzeuges und Anstel- lung der Arbeiter ziemlich gleich gross und sehr günstig ist.

Zur Anschüttung benöthigt man bei Jäger- und Laufgräben keine be- sondere Partie, da die Ausheber zugleich die Anschüttung leicht besorgen und reguliren können.

Bezüglich der Förderung der Arbeit ist zu bemerken : 1. Im mittlem Boden bildet man Partien a 5 Mann 3 Seh. Im festen Boden bildet man Partien ä 5 Mann 3 Kr.

Muss einer grössern Anzahl von Partien circa von zu Fuss ein Aufseher zugewiesen werden, welcher die Disciplin aufrecht erhält und die richtige und ununterbrochene Arbeit beaufsichtigt.

Kramper und Schaufler wechseln in der Arbeit ab, um sich gegen- seitig die nöthigen Rasten zu gönnen. Das Wechseln bleibt den Partien über- lassen, nur muss der Aufseher streng auf die ununterbrochene Arbeit sehen.

Die Partie, welche ihren Accord Zeitaccord vollendet hat, tritt ab. Bei breitern Gräben über 8 Fuss stellt man 2 Reihen Ausheber an, von denen die eine an die Escarpe, die andere an die Contrescarpe postirt wird.

Schemas; es ist daher das Erforderniss an Arbeitern und Werkzeug dop- pelt so gross, als dieses Schema angibt. Mehr als 2 Reihen Arbeiter anzustellen, ist wegen der überlüllung des Arbeitsplatzes nicht zweckmässig und bei der nicht grossen Breite der Feld- schanzengräben auch nicht nöthig.

Die mittlere Überwerferreihe ist in ihrer Arbeil hichl behindert, -wenn die an der Escarpe arbeitende mit den Gesichtern der Brustwehr zu- gekehrt ist, da in diesem Falle die Überwerfer durch die Intervalle der vor- dem Reihe hindurch werfen können.

Zur Anschüttung endlich ist auf je 4 Fuss Entfernung ein Ausgleicher anzustellen. Diese Zeit ist um so genügender, als bekanntlich die Leistungs- fähigkeit 18 resp.

Auch zeigt diese Berechnung, dass der Bau in selbst sehr kurzer Zeit bewältigt werden kann. Rechnet man nämlich zur ersten Aussteckung der Schanze Aussteckung der Brustwehr und Graben, Profilirung der äus- sern Brustwehrböschung 3 — 6 Stunden, bevor die Grabenarbeiter angestellt werden können, — beginnt man die Aushebungen für die Deckungen und Unter- stände mit den eigens dafür bestimmten Arbeitspartien zu gleicher Zeit mit der Grabenaushebung, — setzt man voraus, dass die Hölzer zu diesen Hohl- bauten bereits gezimmert und abgebunden auf dem Bauplatze angelangt sind, wenn die Sohlenaushebungen für die Deckungsbauten vollendet, so dürften ungefähr 24 — 36 Stunden zur vollkommenen Vollendung einer Schanze, so- mit zu den innern Einrichtungen genügen, und daher der Anwendung von Feldschanzen zur Verstärkung von Gefechts- und Schlachtfeldern kein technisches Hinderniss im Wege stehen.

Bezüglich der Förderung der Grabenaushebung und Anschüt- tung der Brustwehr ist ausser den bei a angegebenen Bemerkungen noch hervorzuheben : 1.

Muss der Graben stufenweise ausgehoben werden, — wo möglich nur 1 Stufe in der mittlem Tiefe des. Alle 6 Stunden ist die Ablösung der Arbeiter zu bewerkstelligen, daher letzlere rechtzeitig zu erfordern und zu bestellen sind.

Muss jeder Partie für ihre sechsstündige Arbeit die Tiefe des aus- zuhebenden Grabentheiles berechnet und als Accord bestimmt werden. Bei der ersten Anstellung 1.

Auf ähnliche Weise lassen sich alle Accordtiefen des stufenweise aus- zuhebenden Grabens aus der Leistungsfähigkeit der Partie, dividirt durch die auszuhebende Fläche, berechnen.

Diese Tiefen haben sich die Aufseher in Stöcke einzuschneiden, und es ist strenge darauf zu sehen, dass jede Partie ihren Accord einhält, da hiervon die rechtzeitige und sclmelle Been- digung der Arbeit abhängt.

Nach der stufenweisen Aushebung des Grabens sind zuerst die Stufen der Contrescarpe, sodann jene der Escarpe abzuarbeiten.

Alle Erde kommt in die Brust, nur die übrigbleibende ist für's Glacis. Die äussere Brustwehrböschung braucht nicht placagirt zu werden.

Die Anschüttung muss in Lagen von 2 Fuss von allen Graben- Arbeitern zusammengetreten werden, wozu momentan die Aushebung einzu- stellen ist, und die Arbeiter geschlossen mehreremale, mit den Füssen stam- pfend, über die Anschüttung hin und her marschiren müssen.

Durch den angeordneten Disloeationswechsel zwischen dem 1. Pionnier-Bataillon, von welchen das Erstere, nachdem dessen Ergänzung in Hinkunft ausschliesslich aus Ungarn zu geschehen hat, nach Pressburg ver- legt wurde, waren im Laufe des Monates September 3 Pionnier-Bataillone in Klosterneuburg vereinigt.

Das Regiments-Commando gedachte diese sich unter nur geringen Kosten darbietende Gelegenheit zu benützen, um grössere Übun- gen im Brückenschlage auszuführen, und wurde demselben mittels Aller- höchster EntSchliessung vom 6.

August die Genehmigung zu deren Vornahme erlheilt. Zweek dieser Cbangen. Im Allgemeinen waren bei dem Antrage hiezu folgende Zwecke in's Auge gefasst worden.

Es sollle die Ausbildung der genannten 3 Bataillone im Wasserdienste, insbesondere mit Beziehung auf einen gleichartigen Vorgang 'in der Abrich- lung, einer vergleichenden Prüfung unterzogen werden.

Es sollte ferner den Compagnie-Commandanten Gelegenheit zu grösseren Dispositionen gegeben werden, deren Richtigkeit durch die folgende Ausführting ihre Erprobung ünden musste.

Das gliederweise Schlagen schwerer Kriegs-Brücken war nur bei der Concentrirung zu Comorn in grösserem Massstabe ausgeführt worden. Da jedoch die Stromverhältnisse daselbst derart sind, dass sich nicht wohl bestimmte Schlüsse auf Zeit und Kräftebedarf unter ungünstigen ins- besondere stärkeren Strömungen begründen Hessen, sollten darüber unter veränderten Stromverhältnissen noch Erfahrungen gesammelt werden.

Es sollten endlich diese Übungen dazu beitragen, um OflTicieren und Mannschaften ein Bild ihrer Leistungsfähigkeit selbst sowohl, als auch jener 4hres Materiales zu geben.

Es kann jedoch in dieser Beziehung nur dann ein das Selbstgefühl und das Vertrauen hebendes Resultat erreicht werden, wenn die Anforderungen an die eigene Thätigkeit des Individuums und die Tüch- tigkeit des Materiales so bedeutend sind, als dies bei Brückenschlägen über -einen so mächtigen Strom wie die Donau immer der Fall sein wird.

Diese Zwecke zu erreichen und den sich hiedurch ergebenden Fortsetzung Seite September 10 3 10 58 ll 1 28 - 30 3S 11 SB ae.

Aasfilhrang der Brttckenschlftge. Dem Programme gemäss hatten die Übungen vom 6. September in folgender Ordnung stattzufinden: Den 6.

Den Das Abbrechen der Brücke hatte den 6. Die Brücke war stets von beiden Ufern gegen die Mitte zu herzustellen, und in derselben ein Durchlass, aus 2 Halb- oder Ganzgliedern bestehend, einzubauen.

Die Donau ist an der für die Brückenschläge gewählten Stelle circa Klafter unterhalb des Pionnier-Zeugs-Depöts der Hauptsache nach ver- einigt, von verkleideten Ufern begrenzt und hat eine Breite von Wie- ner Fuss.

Der Slromslrich, in welchem die Tiefe 18 Fuss vom Nullpunkte ab beträgt, nähert sich stark dem rechten diesseitigen Ufer. Jenseits der Mitte, gegen das linke Ufer sich ausbreitend, hat sich im Laufe der letzten Jahre eine ziemlich bedeutende Sandbank gebildet, welche bei dem eingetretenen niederen Wasserstande nur theilweise vom Wasser bedeckt, den constanten Einbau von circa 32 stehenden Unterlagen Böcken nothwendig machte und der Materiaibewegung am linken Ufer sehr hinderlich war.

Die Stromgeschwindigkeit beträgt 6 Fuss in der Secunde. Die angege- benen Ziffern der Breite und Geschwindigkeit charakterisiren zur Genüge die Mächtigkeit des Stromes und wollen bei Beurtheilung der Leistungsfähigkeit und der für die Ausführungen nölhigen Zeit-Momente stets im Auge behalten werden.

Wir geben im Nachfolgenden eine tabellarische Übersicht der programm- mässig ausgeführten Brückenschläge, enthaltend die auf Kräfte, Material und Zeitbedarf Bezug nehmenden Daten, sowie die journaimässig verzeichneten Witterungs- und Wasserstands-Beobachtungen, da diese Form am geeig- netsten ist, einen Überblick der Leistungen zu gewähren.

Siehe die Tabelle. Bei Betrachtung des Fortganges der Arbeiten im Verlaufe der Übun- gen zeigten sich sowohl beim Schlagen als Abbrechen nur solche Aufenthalte, welche durch nie gänzlich zu vermeidende kleine Störungen im Einbaue oder der Material bewegung herbeigeführt werden.

Den 6. September halte der Brückenschlag unter sehr heftigem, momentan sturmähnlichem Süd-Ost unterem Winde, den Als insbesondere schwieriger Natur können die Brückenschläge am September betrach- tet werden.

An den beiden erstgenannten Tagen wurde die Direction der Glieder durch den heftigen Wind im Vereine mit der starken Strömung sehr erschwert.

September wurde das Abbrechen durch den eingetrete- nen starken unteren Wind sehr behindert; bis zur Mitte des Haupt-Stromes musste jede Unterlage mit einem Windanker versehen werden, um den Aus- bau derselben bewerkstelligen zu können, weil ohne diese Feststellung der ganze jenseitige Brückentheil gegen den Strom getrieben wurde.

Der Fort- gang der Arbeit wurde jedoch auch in den genannten Fällen in keiner Weise beeinträchtigt. Der am 6. September statthabende Brückenschlag war mit einem tak- tischen Manöver der Wiener Garnison in Verbindung gebracht worden.

Der taktischen Disposition gemäss hatte die Töte der Avantgarde eines Armee-Corps, welches über die Brücke dirigirt wurde, um 7 Uhr Früh an Ort und Stelle einzutreffen, und es musste daher um diese Zeit der Übergang bereits eröffnet sein.

Die Brücke war passirt worden durch : 34 Bataillone Infanterie, 10 Escadronen Cavallerie und 44 Geschütze sammt den bei den Truppen eingetheilten Sanitäts-Fuhrwerken und einigen Marketenderwagen.

Während des Überganges waren auf der Brücke kei- nerlei Nachhilfen nöthig gewesen. Den 9. September wohnte dem Brückenschlage Se.

Majestät der Kaiser bei. Majestät verfolgte mit sichtlichem Interesse den Forlgang der Arbeit und befand sich grösstentheils an der Töte des im Ausbau befindlichen Brückentheiles.

Nach beendetem Abbrechen sprach der Kaiser dem versammeilen Officiercorps gegenüber seine volle Zufriedenheil und Anerkennung über die Leistungen des Regimentes aus.

Ein die Tüchtigkeit des Materiales zur Genüge darlhuendes Experiment wurde den September ausgeführt. Wasserthal die diesseitige Brückenpartie, circa Mann, in einer stark geschlossenen, 6 Mann hohen Doppelreihen-Colonne in kurzem gleichmässigen Schritte unter Einblasen der Hornisten über die Brücke marschiren.

Es ist dies selbst bei solid gebauten stehenden Brücken eine nicht un- bedeutende Anforderung, bei einer nur flüchtig erbauten Kriegsbrücke jedoch gewiss eine ihrer stärksten Proben.

Während des Überganges zeigie der auf Pontons ruhende Brückentheil nur geringe Seitenschwankungen; der aul Böcken ruhende Theil dort, wo keine Zwischenböcke als normalmässige Verstärkung der schweren Brücke eingebaut waren, ein merkbares, jedoch nur vorübergehendes Durchbiegen der Balken.

Der Rückmarsch erfolgte in dersel- ben Ordnung, jedoch im unregelmässigen Lauftritt. Schwankung und Er- schütterung waren hiebei nicht bedeutend, jedoch voraussichtlich auch im grössenm Masse ihrer Natur nach die Stabilität der Brücke weniger bedro- hend als die schwankenden Bewegungen, welche durch den gleichmässigen Schritt hervorgebracht werden.

Rückblickend auf den Eingangs erwähnten Zweck dieser Übungen kann angenommen werden, dass derselbe in jeder Art vollkommen erreicht wurde.

Da im Laufe des diesjährigen Sommers auch von den königlich preussischen Pontonnier-Compagnien zu Lauenburg a. Elbe grössere Übun- gen ausgeführt wurden, wäre es nicht uninteressant, die beiderseitigen Systeme und die damit erzielten Resultate einer vergleichenden Behandlung zu unierziehen.

Leider ist die Charakteristik der Donau und Elbe an den zu den beiderseitigen Übungen gewählten Punkten derart verschieden, dass sich ein richtiges vergleichendes Urtheil über die erwähnten Daten auch nicht annäherungsweise allen lässt.

Wenn nun auch starke, insbesondere untere Winde den Brückenbau unter solchen Verhältnissen sehr erschweren, so schliesst eine derartig geringe Strömung dennoch jede Gefahr vollständig aus und ermög- licht Experimente, an deren Ausfuhrung unter stärkerem Gefälle gar nicht gedacht werden kann.

So wurden z. Dies ist auf der Donau ganz und gar unmöglich, und es würde ein derartiger Vorgang selbst bei einzelnen Pon- tons schwere Folgen nach sich ziehen.

Man würde sich jedoch einer grossen Täuschung hingeben, wollte man deshalb deren Leistungsfähigkeit geringer anschlagen , oder das Eintreten grösserer Schwierigkeilen für eine wesentliche Behinderung derselben ansehen.

Das Materiale der preussischen Pionnier-Truppe ist, da die Ponto- nier-Compagnien grossentheils aus SchifiTsleuten bestehen, ein so vorzüg- liches und bildungsfähiges, dass sich dasselbe auch geänderten Fiussverhält- nissen in kürzester Zeit anpassen und deren Eigenthümlichkeiten erkennen und richtig benützen wird.

Über Werlh und Vorzuge der beiderseitigen Brücken-Systeme ist hier nicht der Raum, eingehend abzuhandeln. Jedoch auch für deren allgemeine Vergleichung fehlen, wie Eingangs erwähnt, die Bedingungen, und muss die- selbe künftigen, unter gleichartigeren Verhältnissen stattfindenden Brücken- schlägen vorbehalten bleiben.

Einer unserer gewiegtesten Schriftsteller, Dr. Nun, um eine solche Einzel- heit zu liefern, haben wir uns mit der Abfassung dieser Monographie bemüht.

Füllen auch viele Blätter derselben abermals die Erzählung kriegerischer Scenen aus, so muss uns dies zu Gute gehalten werden, da der Held der- selben eben auch ein solcher des Krieges sehr oft auch der Würfel, des Weins und der Weiber war.

Gewiss aber ist es, dass sein Leben, sowie sein tragisches Ende einen nicht unwichtigen und nicht uninteressanten Beitrag zur Cultur- und Sittengeschichte der damaligen Zeit liefern, und daher auch das Anrecht auf eine Bearbeitung haben, durch welche jener dem grösseren Publicum zugänglicher gemacht und bekannter werde.

RusBworms Persönlichkeit ist überhaupt eine derjenigen, welche aus dem Rahmen der Geschichte nicht recht heraustreten; das vorhandene Material, um ihr lebendige Individualität zu verleihen, ist ein sehr spärliches, und über des Feld- 2 Christoph Hermann von Rassworm.

Es hat zwar vor 30 Jahren Barthold in dem Raumer'schen historischen Taschenbuche eine biographische Skizze über Russworm veröffentlicht; dem- selben standen jedoch unsere Quellen, namentlich die Originalacten der beiden k.

Archive nicht zur Verfügung, wodurch es uns mög- lich ward, viel Neues, vor Allem aber Correcteres zu bringen, denn Bartholds Arbeit wimmelt förmlich von unrichtigen Angaben.

Wie wenig man sonst an den Helden dieser Asbeit denkt, geht schon daraus hervor, dass sein Name weder im Brockhaus'schen- noch im Pierer'schen oder Majer'schen Conversations-Lexicon genannt wird, ja selbst nicht in dem allgemeinen Militär-Lexicon Willibald von der Luhes oder injenem Rüstows erscheint.

Aus welchem Grunde Dr. Mit allen seinen Anhängseln liefert er ein prächtiges Argument für die Trefflichkeit des constitutionellen Princips, da nur in einem absolutistisch beherrschten Staate derlei Zustände denkbar sind.

Ministe- rium des Äussern den innigsten Dank für die bereitwilligste Gewähr der Benützung des zu unserer Arbeit nöthigen Materiales auszusprechen.

Wir fühlen uns aber auch ebenso gezwungen, das freundliche Entgegenkommen des Herrn k. Oberlieutenants im Kriegsarchive, vor Rolanscher, dann des Herrn Directors des k.

Tausende und aber Tausende haben, im allzu- grossen Vertrauen auf die Unwandelbarkeit des Glückes, auf dem Gipfel ihrer Macht das über ihrem Haupte schwebende Damoklesschwert nicht erblickt und wurden erst durch einen jähen Sturz von der oft mit unsäglichen Mü- hen und Gefahren erklommenen Höhe aus ihren Träumen geweckt.

Oindely: Rudolph II. Schweigerd: Österreichs Helden und Heerführer. Bchels: Militärisch -politische Geschichte der Länder des österreichischen Kaiser- staates.

Yehse: Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation. Isthuanfy: de rebus ungaricis Libb. Hormayers historisches Taschenbuch.

Russworms Geschlecht stammt aus dem echt deutschen nördlichen Franken und hatte seit dem Am frühesten wird urkundlich eines Heinrich Ru- auwurm im Jahre erwähnt, dessen Nachkommen sich abwechselnd Russ- worm, Russwurm, Rossworm, am gewöhnlichsten Rosswurm schreiben '.

Da in Franken und Thüringen die Reformation frühzeitig schon befestigt war, so mochten wohl auch die Russworms sich zur lutherischen Lehre bekannt haben.

Dieser, mit einer bewunderungswürdigen Gedächtnisskraft ausgerüstet, verlasste in den Mauern der Bastille seine Memoiren und er- wähnt darin, dass Russworm während der Ligue Lieutenant der Leibwache seines Vaters gewesen sei, welche von einem gewissen Freiherrn Adolf von Schwarzpnberg als Hauptmann befehligt wurde.

Zum Schutze des katholischen Glaubens schlössen nun die eifrig- sten Anhänger desselben einen Bund, welchen man die heilige Ligue nannte, und an deren Spitze Herzog Heinrich von Guise stand.

Decenniums im Gemäss der Sitte jener Zeit umgab sich Bassompierre vornehm mit einer eigenen Leibwache, deren Kapitän Schwarzenberg, und dessen Statt- halter oder Lieutenant Russworm war.

Es scheint jedoch, dass derselbe an den Siegen der Ligue gegen das Heer des Burggrafen von Dohna, welches die Norddeutschen den protestantischen Glaubensbrüdern zu Hilfe gesen- det, keinen Antheil gehabt, sondern dass er bei Bassompierre, welchen ein mehrmonatliches Fieber auf das Krankenlager geworfen, zurückgeblieben sei.

Die anfänglichen Erfolge Guises vermochten jedoch seinen eigenen Untergang nicht aufzuhalten, denn es ist bekannt, dass er, gefürchtet von dem letzten Yalois, dem Könige Heinrich HL, ob seiner zunehmenden Macht, mit seinem Bruder, dem Cardinal von Lothringen, zu Weihnachten im Schlosse zu Blois ermordet wurde.

Bassompierre entging dem gleichen Lose seines Herrn nur durch eilige Flucht Rasch warb er in Deutschland von Neuem ein ansehnliches Kriegsvolk an, um abermals dem Hause Guise und der katholischen Partei zu dienen.

Russworm scheint die schlichten deutschen Sitten, den Geradsinn und das wahre Rechlsgefühl des wohl erzogenen Protestanten schon sehr verlernt zu haben, denn es wird von ihm erzählt, dass er in der Aufwallung des Zornes einen wackeren Edelmann, den Lieutenant Petoncourt, erschlagen habe.

Nachdem für die guisische Partei alle Aussicht verloren, flüchtete Bassompierre nach Deutschland. An den Haupt- mann seiner Leibgarde knüpften sich jedoch eine Reihe abenteuerlicher und für sein Leben höchst bedrohlicher Ereignisse, die uns lehren, wie weit der Leichtsinnige in dem unsittlichen Treiben der Zeit fortgeschritten war.

Bassompierre hatte, als er nach Deutschland entwich, seinem Haupt- manne die Bewachung eines Schlosses, Namens De Blancmenil, anvertraut; in dem dortigen einsamen Aufenthalle war er in ein Liebesverhältniss zu einem Fräulein getreten, welches mit ihrer Mutter zu ihm Zuflucht genommen.

Unter dem Versprechen, sie zu heiraten, entführte er sie, missbrauchte ihre Schwäche, und schickte sie fort, nachdem er , wie der jüngere Bassompierre berichtet, sie auch wohl anderen Kriegsgenossen zur Kurzweil überlassen hatte.

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1 Kommentare zu „Wie „Schütze“ Ich Mich Vor Google Diensten? ~ Soldato.De - Blog Von Kevin Soldato Für Web, Software,

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